Ep. 70 | Die Verantwortung der Medien und das "Badebild" von Reichspräsident Ebert
In der siebzigsten Folge des Podcasts "Verschwörungsfragen" widmet sich Dr. Michael Blume der Frage, welche Rolle und welche Verantwortung Medien in unserer Demokratie haben und wie diese für Verleumdung und Hetze missbraucht werden können.
Zum Einstieg stellt er eine kurze Geschichte der Staatsform der Republik vor. So gab es schon in der Antike Republiken, bei denen Herrscher teilweise gewählt wurden. Aber erst viel später kam man zur Überzeugung, dass eine echte Republik eine Gewaltenteilung braucht. Hier gehört die Macht im Staat nicht einer einzelnen Person, sondern ist aufgeteilt auf Parlamente (die Legislative), Regierung (die Exekutive) und Gerichte (die Judikative).
Zu diesen drei Gewalten kommt eine vierte hinzu: die Medien. Diese Publikative kontrolliert und hinterfragt die Macht von Parlamenten, Regierung und Gerichten. Aber sie kann auch eine Schwachstelle der Demokratie sein. Denn mit ihrem großen Einfluss auf unsere Gesellschaften können Medien missbraucht werden, um falsche Behauptungen zu verbreiten, Hetze und Antisemitismus zu streuen und demokratische Werte anzugreifen.
Wie ein solcher Missbrauch der Medien aussehen kann, zeigt Dr. Michael Blume am Beispiel des ersten demokratischen Staatsoberhaupts Deutschlands auf: Friedrich Ebert. Mit einem Foto, das Ebert beim Baden im Meer zeigte, wurde er schon seit dem ersten Tag seines Amtsantritts 1919 in Zeitungsberichten lächerlich gemacht. Feinde des neuen demokratischen Deutschlands nutzten mediale Kampagnen, um Ebert jahrelang zu zermürben. Seine Geschichte endete letztlich tragisch. Was uns dieses Beispiel aus der Geschichte über unsere heutige mediale Welt sagen kann und wie wir daraus lernen können, hören Sie in dieser Folge.
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